Wünschst du dir mehr Ruhe, mehr Zufriedenheit, mehr Sicherheit, mehr Stärke, mehr Klarheit als Führungskraft? Oder allgemeiner – im Leben? Vielleicht weißt du, was deine Gedanken und Gefühle konkret auslöst, vielleicht auch nicht. Dieser Beitrag zeigt dir 6 Wege zu mehr Zufriedenheit und Stärke als Führungskraft. Für Führung – und ein Leben im Fluss.
Warum du dich als Führungskraft unruhig, unzufrieden oder zerrissen fühlst – und was wirklich dahintersteckt
Aus Jahrzehnten der Arbeit kluger Köpfe in Neurowissenschaft, Coaching und Therapie wissen wir, dass Gefühle wie Unruhe, Unzufriedenheit, Zweifel, Angst, Unsicherheit und Schwäche bei Führungskräften daraus resultieren, dass wir nicht ganz „eins“ sind, dass eine „Integration“ fehlt.
Manchmal fehlt eine Verbindung zwischen Gefühl und Verstand, manchmal werden Gefühle und Gedanken verdrängt, weggeschoben, manchmal gibt es innere Konflikte, manchmal unaufgelöste Themen zwischen dir und deiner Vergangenheit oder zwischen dir und dem Leben.
An all diesen Themen kannst du wunderbar und mit großem Erfolg arbeiten. Im Folgenden möchten wir dir einige Beispiele aufzeigen. Diese können dabei gar nicht, einzeln oder in Kombination auftreten. Vielleicht dominiert auch ein Aspekt für dich:
- Beispiel 1: Du kannst gut vor dir selbst flüchten – vor unangenehmen Gedanken oder Gefühlen.
- Beispiel 2: Du bist rational, analytisch. Gefühle sind weit weg, fremd oder unangenehm.
- Beispiel 3: Ein Teil möchte dies, ein Teil jenes? Du bist innerlich „zerrissen“ und dies belastet dich?
- Beispiel 4: Dir ist zu viel Nähe unangenehm, aber du hast trotzdem Sehnsucht danach?
- Beispiel 5: Du funktionierst beruflich oder privat einfach nur noch. Dein Körper lässt es dich merken.
- Beispiel 6: Wenn das doch anders gewesen wäre!
Beispiel 1: Du kannst gut vor dir selbst flüchten – vor unangenehmen Gedanken oder Gefühlen.
Flüchtest du manchmal vor gewissen Gedanken und Gefühlen in Führungssituationen? Vergräbst du dich in Aktivitäten oder in deine Arbeit, um diese nicht zu denken oder zufühlen? Bist du lieber im Modus des Zurückziehens oder – ganz anders – überaktiv, um nicht zu denken oder zu fühlen? Ist es für dich schwer, dich auf das Hier und Jetzt in der Führung, im Leben zu konzentrieren?
Oder nimmst du dich und andere (Kollegen, Peers, Manager) bewusst wahr? Bist du also „achtsam“? Auf allen Kanälen? Mit allen Sinnen? Versuchst du, Gedanken, Wünsche, Gefühle des anderen zu verstehen? Bist du mit dir und der Umwelt „integriert“? Wir nennen dies Integration des Bewusstseins.
Diese Integration des Bewusstseins impliziert deine Aufmerksamkeit und Achtsamkeit für dich und andere. Sie ist zentraler Baustein deines „Eins-Werdens“ und somit deiner Zufriedenheit, Sicherheit, Stärke, Ruhe und Kraft.
Wir geben dir Instrumente zur Hand (bspw. Meditation, Journaling), die dir helfen, achtsamer und offener für dich selbst zu werden. Wir arbeiten mit dir im Coaching an deiner Achtsamkeit für dich selbst, für deine Gedanken und Gefühle. Wir helfen dir, Dinge an die Oberfläche zu bringen und zu bearbeiten, die bisher verdeckt waren.
Beispiel 2: Du bist rational, analytisch. Deine Gefühle sind weit weg, fremd oder unangenehm.
Bist du als Führungskraft oder Mensch eher rational und analytisch? Sind dir deine Gefühle unangenehm? Ist es für dich unangenehm, wenn ein Mitarbeiter emotional wird? Ziehst du dich gerne auf das Sachliche zurück? Wird dir vorgeworfen, du seist hart, unempathisch oder rational?
Vielleicht verdrängst du auch Ärger, Frust oder Angst, und sammelst diese Gefühle auf einem unbewussten „Gefühlskonto“ an. Und gelegentlich „explodiert“ dein „Gefühlskonto“ dann plötzlich.
Die Fähigkeit, sowohl rationale Gedanken als auch Gefühle zuzulassen und zu regulieren, nennen wir horizontale Integration. Diese Integration hängt stark vereinfacht neurowissenschaftlich mit einer Kopplung von rechter und linker Gehirnhälfte zusammen:
- Unsere rechte Gehirnhälfte ist für vernetztes Denken, Bilder, nonverbale Kommunikation u. v. m. zuständig. Sie unterstützt Kreativität und Innovation, sie gibt Genuss und Energie im Leben. Sie stärkt unsere Empathie für uns selbst und für andere.
- Dagegen übernimmt die linke Gehirnhälfte das lineare Denken, Logik, Sprache etc. Sie gibt Struktur, Ordnung, Fokus im Leben. Sie bestimmt unseren „harten rationalen“ Anteil. Oft dominiert diese Gehirnhälfte ab der Jugend, bestärkt durch Schule, Studium und Beruf.
Sind wir nicht horizontal integriert, dann finden wir schwieriger Zugang zu unseren Gefühlen, wirken unempathisch und rational. Wir sehen unterschiedliche Perspektiven nicht und urteilen und bewerten schnell.
Durch Stärkung dieser Integration kommt erfahrungsgemäß viel Energie und Vitalität in deinen Führungsalltag und dein Leben. Interaktionen mit anderen gewinnen eine bisher unbekannte Intensität. Deine Führung bekommt eine ungeahnte Qualität und Tiefe, Vertrauen und Loyalität deiner Mitarbeiter steigen.
Was kannst du tun? Werde achtsamer für dich selbst, für deine Gedanken und Gefühle. Nutze Achtsamkeitsübungen (bspw. Meditation, Tagebuchschreiben) und körperliche Übungen, bspw. den Bodyscan.
Eventuell hilft auch Führungskräftecoaching. Oft sind es Erfahrungen, Glaubenssätze und Prägungen, die dich davon abhalten, deine Gefühle zu akzeptieren und wahrzunehmen. Manchmal hilft es zu lernen, dass das Zulassen von Gefühlen nicht bedeutet, dass du diesen ausgeliefert bist.
Beispiel 3: Ein Teil möchte dies, ein Teil jenes? Du bist innerlich „zerrissen“ und dies belastet dich?
Fühlst du dich als Führungskraft innerlich zerrissen? Als ob du unterschiedliche „Ichs“ in dir hättest? Unterschiedliche Wünsche und Ziele? Oder vielleicht kennst du andere Führungskräfte, die ihre „Ichs“ wie eine ‚Maske‘ wechseln: Mal sind sie empathisch, mal aggressiv und verletzend?
Vielleicht sind deine Ichs (wir nennen sie im Folgenden Ich-Anteile) auch im Streit, manchmal unterdrückt ein Ich-Anteil einen anderen. Ein innerer Dialog – wenn es ihn gibt – ist eher verletzend und abwertend („Jetzt reiß dich mal zusammen, dämliches Ich.“). Ist der Umgang der Ich-Anteile untereinander toxisch, wirst du das in Form von Unruhe, Stress, Unsicherheit oder Druck spüren.
Außerdem sind mit deinen Ich-Anteilen oft unterschiedliche Verhaltensmuster verbunden, manche sehr tief verankert und automatisiert. Unbewusste Auslöser können dich in Sekundenbruchteilen in eines deiner Ich-Anteile bringen und ein kritisches Verhaltensmuster auslösen. Ab dann bist du auf Autopilot.
Die Arbeit an und mit deinen Ich-Anteilen erfolgt in zwei Schritten. Zunächst geht es darum, deine Ich-Anteile und ihre Konflikte an die Oberfläche zu bringen und die Ich-Anteile zu einem inneren Dialog zu bewegen. Wir nennen dies die Integration von Ich-Zuständen.
In einem zweiten Schritt arbeitest du daran, ungewünschte Verhaltensmuster einzelner Ich-Anteile zu unterbrechen und durch bessere, souverän gesteuerte und nicht automatisiert ablaufende Alternativen zu ersetzen.
Beispiel 4: Dir ist zu viel Nähe unangenehm? Aber du hast trotzdem Sehnsucht danach?
Wie ist es mit dir und anderen? Gehst du in einen Angriffs- oder Fluchtmodus über, wenn dir Nähe zu viel wird? Springst du zwischen den Extremen „Ich will ganz viel Nähe“ und „Ich will meine Ruhe“ hin und her? Oder wirst du vielleicht einfach unruhig, wenn Beziehungen zu intensiv werden? Zu ernst? Halten andere dich für „nicht beziehungsfähig“?
Oder fühlst du dich nicht wohl, wenn du als Führungskraft eine klare Ansage machen musst? Weil du dann einem Mitarbeiter nahekommst, weil dort vielleicht Emotionen hochkommen und auf dich „überschwappen“?
Oder bist du als „soziales Tier“ verschrien, spürst aber, dass deine Freundschaften und Beziehungen nicht die Intensität und seelische Tiefe haben, die dir guttun würde?
Oder kannst du stattdessen in einen tiefen, echten Bezug zu deinen Mitarbeitern, Kollegen, Führungskräften gehen? Spürst du, dass du dies kannst, ohne dich selbst aufzugeben oder zu verleugnen? Kannst du als Führungskraft Dialoge führen, die sachlich fundiert, fokussiert und gleichzeitig empathisch sind?
Wir nennen all dies dann die zwischenmenschliche Integration.
Deine Arbeit an diesem Thema beginnt bei dir. Grundlage ist deine Achtsamkeit für dich selbst. Was passiert in dir, wenn du in Bezug zu anderen gehst? Welche Bedenken oder Ängste gibt es, mit welchen Hintergründen? Welche Bedürfnisse hast du und welche Möglichkeiten, sie dir zu erfüllen?
Weiterhin hilft es meist, mit deinen Ich-Anteilen zu arbeiten (siehe oben). Denn unterschiedliche Ich-Anteile haben oft auch unterschiedliche Prägungen und Bedürfnisse.
Beispiel 5: Du funktionierst beruflich einfach nur noch. Dein Körper lässt es dich merken.
Funktionierst du als Führungskraft einfach, lieber ohne stärkere Gefühle – positive oder negative? Fühlt sich das Leben „grau in grau“ an? Zäh? Bitter? Vielleicht ist dies gekoppelt mit körperlichen Beschwerden (Kopfschmerzen, Verspannungen, Schlaflosigkeit etc.). Aber: Nur die Leistung und das Ergebnis zählen.
Vielleicht sind die körperlichen Beschwerden Warnsignale deines Körpers? Vielleicht zwingt dein Körper dich – gewissermaßen ungefragt – plötzlich, aus dem Stress, dem reinen Funktionieren auszusteigen? Manchmal senden Beschwerden dir eine Botschaft: „Achtung: Körper an Großhirnrinde! Körper an Großhirnrinde!“
Diese Beobachtungen könnten Indikatoren dafür sein, dass da etwas ist. Dass du vielleicht an deiner sogenannten vertikalen Integration arbeiten solltest. Es geht um das Zusammenschwingen von Körper, Stammhirn, limbischem System und Cortex.
Wir helfen dir im Coaching, dieses Zusammenschwingen zu stärken und Hintergründe und innere Blockaden zu verstehen und aufzuarbeiten.
Beispiel 6: Wenn das doch anders gewesen wäre!
Vielleicht denkst du: „Wenn mein früherer Chef damals mich doch nur nicht so zerstört hätte …“. Oder: „Wenn er damals doch nur …, dann wäre alles anders.“ In dir ist Trauer, Enttäuschung, Resignation, Angst oder Wut. Oft auch Vorwürfe an dich selbst.
Betrachte deine individuelle Lebensgeschichte als Führungskraft – oder auch deine gesamte private Lebensgeschichte. Kannst du Frieden mit ihr schließen? Ergibt sie Sinn? Dies nennen wir Integration deiner Lebensgeschichte und sie ist ein wichtiger Faktor für ein gutes, zufriedenes Leben. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder starke, sichere Bindungen zu sich und anderen ausbilden können, wenn ihre Eltern eine klare und kohärente Geschichte ihrer jeweiligen Kindheit und Jugend erzählen können.
In biografischer Arbeit helfen wir dir, deine Vergangenheit zu betrachten und dich in deinen ersten Schritten zu begleiten. Dadurch kannst du dir Ruhe und Zufriedenheit mit dem und im Hier und Jetzt erschließen.
Exkurs: Konzeptioneller Hintergrund
Soweit einige typische Situationen, in denen Führungskräfte nicht mit der vollen, gewünschten Zufriedenheit, Ruhe und Stärke zu uns kommen. Mit einer inneren und äußeren Distanz, einer inneren und äußeren Zerrissenheit und einer fehlenden Integration.
Grundlage unserer Arbeit an den oben beschriebenen Themen sind zunächst die Arbeiten von Daniel J. Siegel. Im kleinen Büchlein „Mindsight“ mit dem Untertitel „Die neue Wissenschaft der persönlichen Transformation“ fasst Daniel J. Siegel Jahrzehnte Coaching und therapeutischer Arbeit zusammen. Seine Erkenntnisse wurden inzwischen neurowissenschaftlich bestätigt.
Siegel beschreibt seine Vision eines guten Lebens als „im Fluss sein“ und erläutert dies mit dem Akronym „FACES“:
- F: Flexible (flexibel in Situationen, im Umgang mit anderen Menschen etc.)
- A: Adaptive (anpassungsfähig an neue Anforderungen, Herausforderungen)
- C: Coherent (konsistent in Denken, Fühlen und Handeln)
- E: Energised (energetisch, motiviert im Leben)
- S: Stable (stabil, auch in schwierigen Situationen)
Der Neurowissenschaftler und Coach beobachtete, dass Menschen genau dann nicht „im Fluss“ sind, wenn sie in sich nicht „integriert“ sind, wenn es bspw. innere Konflikte gibt, etwa die sechs oben beschriebenen Themen. Schließlich zeigt Siegel auf, wie all die oben beschriebenen fehlenden Integrationen sich in messbaren Gehirnmustern widerspiegeln.
Einladung
Ganz gleich, ob du an Führung, beruflicher Entwicklung, Teamentwicklung oder einfach an Psychologie interessiert bist. Wir laden dich ein: Spüre in dich hinein – wo bist du gut „mit dir selbst“ integriert? Wo möchtest du selbst weiterwachsen? Erlaube dir zu wachsen!
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