Hast Du Dir Anfang 2026 Neujahrsvorsätze vorgenommen?
Was sind Deine Neujahrsvorsätze?
- Willst Du Dein Verhalten verändern? Mehr Netzwerken? Besser kommunizieren? Konflikte wirksam auflösen? Klarere Grenzen aufzeigen? Mehr Motivation schaffen?
- Oder willst Du Deine Gedanken verändern? Aus dem Gedankenkarussell aussteigen und stattdessen ruhig, fokussiert und scharf analysieren? Schneller, schlagkräftiger reagieren?
- Oder geht es Dir um Emotionen, um Frust, Wut, vielleicht sogar Angst? Wo Du Dir viel mehr Selbstbewusstsein, Kontrolle, Präsenz und Souveränität wünschst?
All diesen Vorsätzen gemeinsam ist eine Veränderung in Verhalten, Gedanken und Emotionen, die nach außen wirkt.
Was dann alles in uns mit solchen Vorsätzen passieren kann – und was das mit Persönlichkeitsanteilen zu tun hat –, zeige ich an einem konkreten, aus dem echten Coaching gegriffenen Beispiel.
Anna Meier, CEO und Gründerin bei der GreenTech GmbH
„Ich werde endlich mein Netzwerk strategisch ausbauen – mit 12 gezielten Kontakten pro Jahr.“
Anna Meier, CEO und Gründerin bei der GreenTech GmbH, plant, jeden Monat einen neuen Kontakt in ihrer Branche zu knüpfen – sei es durch LinkedIn-Nachrichten an Führungskräfte wie den CEO der SolarInnovations AG, oder durch den Besuch von Branchenevents wie der Berliner Nachhaltigkeitskonferenz 2026. Ihr Ziel: Bis Ende 2026 drei konkrete Kooperationsprojekte anstoßen.
Was passiert dann bei Anna?
Im Idealfall setzt Anna diesen Vorsatz einfach um. Dann braucht sie diesen Newsletter nicht zu lesen und braucht keinen Coach.
Das echte, menschliche Leben ist aber oft anders. Unterschiedliche innere Saboteure (auch Widerstand oder Schweinehund genannt) könnten Anna Meier daran hindern, ihren Vorsatz umzusetzen.
Beispiele:
- Der Perfektionist: „Ich schreibe den LinkedIn-Kontakt erst an, wenn meine Nachricht absolut fehlerfrei und strategisch brillant ist.“ Anna verbringt Stunden damit, Formulierungen zu optimieren – und schickt am Ende gar nichts ab, aus Angst, „unprofessionell“ zu wirken. Folge: Verpasste Chancen durch Überanalyse.
- Der Selbstzweifler: „Wer bin ich schon, dass der CEO der SolarInnovations AG Zeit für mich hat?“ Jedes Mal, wenn Anna eine Einladung zu einem Event sieht, hört sie die innere Stimme: „Die anderen sind alle weiter – da passe ich nicht hin.“ Folge: Sie meldet sich nicht an und bleibt unsichtbar.
- Der Überlastete: „Netzwerken? Dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit – die Quartalszahlen gehen vor.“ Anna plant zwar, Kontakte zu pflegen, doch im Tagesgeschäft schiebt sie es immer wieder auf „nächste Woche“. Folge: Ihr Kalender füllt sich mit operativen Aufgaben, strategische Beziehungen bleiben auf der Strecke.
- Der Misstrauische: „Wenn ich meine Ideen teile, klaut sie mir nur jemand – oder hält mich für naiv.“ Auf Events hört Anna zwar zu, gibt aber selbst kaum etwas preis – aus Sorge, ausgenutzt zu werden. Folge: Oberflächliche Gespräche, keine echten Kooperationen.
Kennst Du so was in Dir? Ich selbst auf jeden Fall. Kaum einer von uns hat nicht mit solchen inneren Saboteuren zu kämpfen. Diese Saboteure sind menschlich, normal – und können oft schon in kurzer Zeit wirksam und nachhaltig transformiert und verändert werden!
Der Ego-State-Ansatz als Grundlage der Arbeit mit Saboteuren
Der Ego-State-Ansatz – ein zentrales Konzept moderner Persönlichkeitsmodelle und Grundlage meiner Arbeit – geht davon aus, dass die menschliche Psyche nicht als einheitliches „Ich“ funktioniert, sondern aus verschiedenen Persönlichkeitsanteilen (auch „Ich-Zustände“ oder „Ego-States“) besteht, die jeweils eigene Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Verhaltensmuster haben.
Diese Persönlichkeitsanteile lassen sich grob in drei Gruppen unterteilen:
- Ressourcenreiche Persönlichkeitsanteile (z. B. der „kompetente Leader“, der „kreative Visionär“): Diese Ich-Anteile verfügen über Stärken wie Klarheit, Lösungsorientierung oder Empathie und handeln aus einer Position der Reife und Handlungsfähigkeit.
- Kindartig-bedürftige Ich-Anteile (z. B. das „verletzliche Kind“, der „neugierige Entdecker“): Hier sitzen grundlegende Emotionen wie Freude, Angst, Hilflosigkeit oder spontane Kreativität – oft geprägt von frühen Prägungen und unbewältigten Bedürfnissen.
- Destruktiv-bewältigende Ich-Anteile (z. B. der „innere Kritiker“, der „Perfektionist“, der „Saboteur“): Diese Anteile entstanden oft als Schutzmechanismen (z. B. vor Bloßstellung oder Kontrollverlust), blockieren aber heute durch Übertreibung – etwa durch Selbstzweifel, Prokrastination oder starre Regeln.
Jeder Persönlichkeitsanteil kann situativ die in Dir Führung übernehmen – wie bei einer inneren „Teamkonferenz“, in der mal der „Perfektionist“ das Wort ergreift, mal das „verletzliche Kind“ laut wird.
Der Clou: Erst wenn Anna Meier diese Anteile erkennt, benennt und gezielt entwickelt, kann sie ihre destruktiven Muster (wie den „Perfektionisten“ beim Netzwerken) erkennen und durch alternative Verhaltensmuster ersetzen. Dann kann beispielsweise einer ihrer ressourcenreichen Ich-Anteile, der „strategische Macher“, einfach übernehmen und handeln.
Was heißt das konkret bei Anna?
Bei Anna Meiers Perfektionismus-Saboteur („Ich schreibe die LinkedIn-Nachricht erst, wenn sie absolut fehlerfrei ist“) könnten folgende kindartig-bedürftige und destruktiv-bewältigende Persönlichkeitsanteile aktiv sein:
Kindartig-bedürftige Anteile
- Das „angstvolle Kind“: „Was, wenn ich mich blamiere oder abgewiesen werde?“ Dieser Anteil trägt die frühe Prägung, dass Fehler oder Unvollkommenheit zu Liebesentzug oder Kritik führen (z. B. aus Schulzeiten oder strengen Elternhäusern). Er sehnt sich nach Sicherheit und Anerkennung – und blockiert durch Übervorsicht.
- Das „eifrige Kind“: „Ich muss es allen recht machen – sonst bin ich nicht gut genug.“ Hier steckt der unbewusste Glaube, dass Leistung und Anpassung die einzige Weise sind, Zugehörigkeit zu verdienen. Es treibt Anna an, übererfüllen zu wollen – und erschöpft sie dabei.
Destruktiv-bewältigende Anteile
- Der „innere Kontrolleur“: „Nur wenn ich alles 100 % im Griff habe, bin ich sicher.“ Dieser Anteil überkompensiert die Angst vor Kontrollverlust (z. B. aus früheren Erfahrungen mit unberechenbaren Chefs oder Marktcrashs). Er zwingt Anna in Endlosschleifen der Optimierung – und verhindert so das eigentliche Handeln.
- Der „richterliche Über-Ich-Anteil“: „Eine Nachricht mit einem Tippfehler? Unakzeptabel – das wäre peinlich!“ Hier spricht ein internalisierter strenger Mentor (z. B. ein früher Vorgesetzter oder Elternteil), der Anna mit unrealistischen Standards unter Druck setzt. Sein Motto: „Nur Perfektion schützt vor Bloßstellung.“
Dynamik zwischen den Anteilen: Das angstvolle Kind löst den Kontrolleur aus („Ich muss alles perfekt machen, um sicher zu sein!“), der wiederum den richterlichen Anteil aktiviert („Siehst Du? Selbst das ist nicht gut genug!“) Das eifrige Kind versucht verzweifelt, alle Anforderungen zu erfüllen – und landet im Lähmungs-Zirkel.
Und was passiert nun im Coaching?
Im Coaching nutzen wir unterschiedliche Ego-State-Methoden, um Anna dabei zu unterstützen, ihre kindartig-bedürftigen und destruktiv-bewältigenden Anteile nicht zu bekämpfen, sondern in ressourcenreiche Anteile zu transformieren. Das geschieht in zwei zentralen Schritten:
1. Ressourcenreiche Anteile als „Begleiter“ für die kindlichen Ichs
Anna lernt, ihre kindartigen Anteile (z. B. das angstvolle Kind oder das eifrige Kind) nicht zu ignorieren oder zu verdrängen, sondern ihnen sichere Begleitung durch einen ressourcenreichen Anteil anzubieten.
Beispiel:
- Kindartig-bedürftiger Anteil: „Das angstvolle Kind“ (fürchtet Abweisung und Bloßstellung).
- Ressourcenreicher Anteil: „Der fürsorgliche Mentor“ (eine innere Stimme, die sagt: „Ich schütze Dich – und Du darfst trotzdem handeln.“).
2. Vereinbarungen mit destruktiv-bewältigenden Anteilen
Die destruktiv-bewältigenden Anteile (z. B. der „innere Kontrolleur“ oder der „richterliche Über-Ich-Anteil“) haben oft eine positive Absicht (z. B. „Ich will Dich vor Schaden bewahren!“). Im Coaching verhandeln wir mit ihnen neue Rollen, die ihre Stärken nutzen – ohne Sabotage.
Beispiel:
- Destruktiver Anteil: „Der innere Kontrolleur“ (verlangt hundertprozentige Perfektion).
- Neue Rolle: „Der strategische Prüfer“ (darf weiterhin auf Qualität achten – aber nur noch einmal pro Nachricht und mit klarer Zeitvorgabe).
Das Ergebnis: Transformation in ressourcenreiche Anteile
Durch diese Arbeit entstehen neue, kraftvolle Ich-Anteile, die Annas Ziele unterstützen:
- Aus dem „angstvollen Kind“ und dem „fürsorglichen Mentor“ wird der „verbundene Netzwerker“ (kann Kontakte knüpfen, ohne sich zu verstellen).
- Aus dem „inneren Kontrolleur“ und dem „mutigen Macher“ wird der „effiziente Umsetzer“ (handelt schnell, ohne sich in Details zu verlieren).
Für Anna bedeutet das: Sie schreibt LinkedIn-Nachrichten nicht mehr aus Angst vor Fehlern – sondern aus Vertrauen in ihre Ressourcen. Und wenn der „Perfektionist“ doch mal auftritt, erinnert sie ihn freundlich an die neue Vereinbarung.
Und was ist mit Deinen eigenen Saboteuren?
Nun, so wie Anna hast Du ja vielleicht auch private oder berufliche Neujahrsvorsätze, oder? Und so wie Anna hast Du vielleicht auch den einen oder anderen Saboteur in Dir?
Mein Vorschlag: Melde Dich bei mir mit Deinem Neujahrsvorsatz, lass uns Deine Saboteure erkennen und systematisch an und mit ihnen arbeiten.
Probiere es aus und genieße nicht nur die Veränderung, sondern auch die Kraft, Ruhe und Zufriedenheit, die fast immer aus der Arbeit mit Deinen Ego-States resultiert.
Melde Dich für ein unverbindliches, kostenfreies Kennenlerngespräch über Deinen Lieblings-Neujahrsvorsatz und Deine Lieblings-Saboteure!
