Denkanstoß

Ich MUSS mich selbst beherrschen

Funktioniert das?

Unsere Antwort als Coaches ist klar: nein. Beherrschung ist Kontrolle, ist Macht. Starke, tiefe Emotionen kommen aus tiefen Schichten, aus Anteilen deiner Persönlichkeit, die zu deinem Ich ebenso beitragen wollen und dürfen, wie deine rationalen Anteile.

Das bereits rezensierte und empfehlenswerte Büchlein „Die Kunst sich selbst auszuhalten“ von Michael Bordt beschreibt den Unterschied von Selbstbeherrschung und Selbstwahrnehmung.

Emotionen? Weg damit! Impulsive Reaktionen? Nicht erwachsen! Angst, Trauer, Einsamkeit – lieber nicht zulassen. Selbstbeherrschung verdrängt, mauert ein, verbietet ungewünschte Anteile deiner Persönlichkeit. Und irgendwann brechen diese Anteile in dir wieder frei.

Selbstwahrnehmung plädiert dagegen dafür, dass du zulässt, beobachtest, wahrnimmst. Und zwar in echter Tiefe. Hierzu habe ich im letzten Post ja bereits eine kleine Übung vorgestellt: „die drei Fragen“ – gerne nachlesen!

Selbstwahrnehmung bedeutet übrigens nicht, dass du jede impulsive Reaktion sofort zulässt. Stattdessen entwickelst du Wertschätzung für die unterschiedlichen Anteile deiner Persönlichkeit. Hörst achtsam zu. Und triffst dann in innerer Freiheit eine souveräne Entscheidung wie du reagieren möchtest.

Dieser Unterschied zwischen Selbstwahrnehmung und Selbstbeherrschung ist wesentlich für unser Coaching. Wir helfen dir, dich besser wahrzunehmen. Wir helfen dir, auch die emotionaleren Anteile von dir zu sehen, zuzulassen und somit ‚ganz‘ zu werden. Wir wissen, dass Selbstbeherrschung früher oder später immer scheitert – und nicht der Weg ist zu deiner echten inneren Freiheit.